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Die Kinder- und Jugendhilfe FLOW gGmbH verfügt über einen 24-stündigen Rufbereitschaftsdienst zur Unterstützung der Jugendämter außerhalb der Öffnungszeiten. Unsere Rufbereitschaft ist bei familiären Krisen, die das Kindeswohl beeinträchtigen, zu Abend-, Nacht- und Wochenendzeiten erreichbar und unterstützt bei der Klärung der Krisensituation telefonisch wie auch vor Ort. Zur Deeskalation und auch zum Schutz der betroffenen Kinder und Jugendlichen kann gegebenenfalls eine Fremdunterbringung zur Abwendung der Gefahr durchgeführt werden. In diesem Falle führt der Rufbereitschaftsdienst das Kind einer Wohngruppe oder auch nach Möglichkeit Verwandten zu.

Der FLOW—Rufbereitschaftsdienst ist außerhalb der ordentlichen Geschäftszeiten der Jugendämter über die örtlichen Polizei- oder Feuerwehrleitstellen sowie über die aufgeführte Handynummer jederzeit erreichbar.

+49 (0) 163 – 4118161

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„Gruppendienst ist eine harte Nuss“

Veröffentlicht:

Frau Yilmaz und Herr Simsek haben vor zehn Jahren gemeinsam bei der FLOW ihren Dienst aufgenommen und man merkt die Vertrautheit im Umgang miteinander. Auf die Frage, wer denn der Dienstältere sei, antwortet Frau Yilmaz wie aus der Pistole geschossen: „19 Tage war ICH früher hier!“ Wenn man die beiden gemeinsam erlebt, so ruhig in der Ausstrahlung und in den Stimmen, dann kommt man gar nicht auf die Idee, dass sie schon „hitzige Teamdiskussionen miteinander geführt haben”, wie sie beide laut lachend bejahen. 2010 haben sie gemeinsam mit weiteren Kollegen die Wohngruppe in Gladbeck aufgebaut, die heutzutage für ihre Konstanz im Mitarbeiter- und Bewohnerstamm bekannt ist.

Gibt es denn Anekdoten aus der Anfangszeit?

“Als ich die ersten beiden Jungs in die IWG Gladbeck gefahren habe, dachte ich, die zwei sehen so aus, als könnten sie erstmal ein Eis vertragen. Schokoeis. Auf der Fahrt haben sie das ganze Dienstfahrzeug vollgeschmiert und seitdem gibt es bei mir keine Lebensmittel mehr im Fahrzeug“, lacht Erkan Simsek. Absprachen sind wichtig, befindet er, aber noch wichtiger ist die freie Entfaltungsmöglichkeit.

„Zwei Wochen nach meinem Start bei der FLOW bin ich in Gladbeck gelandet – und bin der IWG treu geblieben. Ich habe in unterschiedlichen Projekten ausgeholfen, war schon in Essen und auch im IUC Bottrop. Aber „unsere“ Gladbecker Wohngruppe ist und bleibt für mich am schönsten“, schwärmt Frau Yilmaz. „Aber aller Anfang ist schwer: Mein erstes Mentorenkind hatte es faustdick hinter den Ohren. Das war eine Herausforderung!“ Eines ihrer anderen Mentorenkinder hat sie mit aufwachsen sehen: „Mit 7 Jahren habe ich Sie kennengelernt, heute ist sie 17 und hat sich vom Energiebündel ohne Gleichen zu einer selbstbewussten, jungen Frau entwickelt.“   Die Aussage von Geschäftsführer Herrman Muß, das die meisten Kids ja fast schon „Auszugskandidaten“ seien, quittiert Frau Yilmaz mit einem gleichzeitig freudigen und auch traurigen Lächeln. Man merkt, wie sehr den beiden FLOWianern die BewohnerInnen am Herz liegen – jede*r Einzelne.

Und was würden die beiden ihrem Ich vor zehn Jahren raten?

Yasmin Yilmaz: „Ich bin frisch von der Uni zur FLOW gekommen und hatte so viel Theorie gelernt, dass ich erst einmal Fuß in der Praxis fassen musste. Für gewisse Stressmomente muss man einfach geboren sein. Früher war ich darauf bedacht, bei einem neuen Einzug zu allererst den Papierkram abzuarbeiten und zu dokumentieren, heute ist es mir wichtig, dass die Jugendlichen erst einmal in Ruhe ankommen und sich akklimatisieren, sich gut aufgehoben und angekommen fühlen. Ich würde mir damals raten: Bleib ruhig. Alles wird gut.”

Erkan Simsek bestätigt seine Kollegin in der Aussage und appelliert: „Hör mehr auf die Kinder als nur auf das System. Kinder sagen häufiger die Wahrheit als Erwachsene. Man muss ihnen -gerade am Anfang- Luft lassen und sie erstmal klar kommen lassen in der neuen Situation.“

Was ist denn das besonders Schwierige und Schöne am Job bei der FLOW?

“Gruppendienst ist eine harte Nuss”, sinniert Erkan Simsek. “Nicht jeder kann das. Manche haben Nähe-Distanz-Probleme, oder leiden unter Schlaflosigkeit im Nachtdienst. Man ist dafür geboren, oder eben auch nicht.“

„Die Beständigkeit und Verlässlichkeit im Wohngruppenalltag ist wirklich etwas Besonderes. Auch die Vernetzung unter den Gruppen, insbesondere Gladbeck und Haltern, ergibt eine tolle Symbiose. Es werden Ausflüge zusammen gemacht, in die Ferienfreizeit gefahren und Übernachtungsbesuche geplant. Wir sind ein gut funktionierendes Uhrwerk im Team, haben eine tolle Hauswirtschaftskraft und haben von Beginn an viele Freiheiten von Petra (Neumeier, Anm. d. Redaktion) bekommen. Ab und zu gab’s mal ein Stoppschild oder einen fachlichen Tipp, sonst durften wir unsere Wohngruppe sehr frei gestalten.“

Welchen Wunsch haben Sie für die nächsten zehn Jahre?

Erkan Simsek: “Dass die Partizipation mehr vorangetrieben wird. Das Wissen schlummert in den Gruppen. Das ist ausbaufähig.”
Yasmin Yilmaz (lacht): ” Ich wünsche mir weniger Knieschmerzen!”